Tollwutausbruch in Nürnberg - Ärzte schlagen Alarm
Seit 2008 gilt Tollwut hierzulande dank aufwendiger Impfkampagnen als eliminiert. Bei Hunden und Wildtieren wie Füchsen kommen Lyssaviren sogar in der gesamten Europäischen Union fast nicht mehr vor. Trotzdem kam es in Nürnberg in den letzten drei Tagen zu mehreren Tollwutfällen. Da die Krankheit nach der Infektion einen Inkubationszeit zwischen einigen Tagen und mehreren Jahren hat, ist der Auslöser der Fälle unklar - aber wenn die Krankheit ausbricht, verläuft sie immer tödlich, und so verstarben auch die drei Infizierten, bei denen es zu einem Ausbruch kam. Tragischerweise kam es durch sie zu weiteren Infektionen, welche derzeit im Klinikum Nürnberg behandelt werden - vor Ausbruch der Krankheit besteht eine minimale Hoffnung, einen tödlichen Verlauf zu verhindern.
Einwohner Nürnbergs um der umliegenden Städte werden zur Vorsicht angehalten. Kontakte mit Wildtieren, vor allem Fledermäusen, sowie illegal aus dem Ausland importierten Haustieren, sollte dringend vermieden werden. Auch auf eine Aktualität der Impfungen ist zu achten, um eine Infektion zu vermeiden.
Infizierte Tiere zeigen dabei ein aufgebrachtes, aggressives Verhalten und/oder Lethargie und Lähmungen. Beim Menschen zählen Kopfschmerzen, Fieber, Angstzustände sowie Kribbelgefühle bzw. ein verändertes Empfinden in der Nähe des Tierbisses zu den ersten Anzeichen von Tollwut. Auch Anfälle, Halluzinationen sowie Hydrophobie — d.h. Krämpfe beim Berühren oder bloßen Erblicken von Wasser — zählen zu verbreiteten Symptomen.